verordnen
In neuen Händen wurden Beutestücke unter anderen Besitztümern geordnet, gehütet und definiert.
Wer bestimmen konnte, wo und wie die burgundischen Schätze eingelagert werden sollten, verfügte auch über die Macht, sie zu definieren und zu nutzen.
Dieses Verordnen wird in Inventaren deutlich, die nicht nur einen Überblick über erbeutetes Gut herstellen, sondern sie auch sichern und ihre Bedeutung festschreiben sollten.
Teil des Ordnens und Sicherns wurde besonders bei fragilen Objekten bald auch der Kampf gegen den Zerfall. Mit Konservierungsmassnahmen versuchte man während mehreren hundert Jahren, bestimmte Beutestücke zu erhalten.
verordnen
Inventare sind heute noch zentral im Versuch nachzuvollziehen, was Teil der Burgunderbeute war, und wer ihre Verwendung, Aufbewahrung und Bedeutung verordnen konnte.
Listen spielten bereits im Moment des Raubes eine wichtige Rolle. Die Berner begannen bereits vor der Enteignung des Klosters Königsfelden mit dem Auflisten der begehrten Schätze. In Bern selbst wurden einige dieser konfiszierten Schätze in Inventaren verschiedener Sammlungsorte der Stadt integriert, wo Beute aus den Burgunderkriegen gehortet wurde.
Fragile Burgunderfahnen hingen derweil bald nur noch in Fetzen von der Decke. Tapisserien bekamen Löcher und verloren ihre beeindruckende Farbpracht. Konservierungsarbeiten führten in Folge nicht nur zum Fortleben dieser Objekte. Sie veränderten sie auch und zeugen von der Art und Weise, wie sie eingeordnet wurden. So wurden bestimmte Fahnen teilweise komplett übermalt, um den Eindruck einer lückenlosen Geschichte zu vermitteln.