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Die erbeuteten Objekte waren auf unterschiedliche Weise wertvoll: Einige waren aus kostbaren Materialien aufwendig gearbeitet. Andere hatten besondere symbolische Bedeutungen.
Die Eidgenossen verwerteten die Beutestücke entsprechend unterschiedlich.
Brauchbares und Kostbares wurde bereits nach den Schlachten verkauft oder beispielsweise eingeschmolzen.
Ausgewählte Objekte erklärte man zu bedeutungsvollen Zeichen des Sieges oder zu Trägern ganz neuer Geschichten — ihre Bedeutung und damit auch ihr Wert wurde verändert.
Unter diesen symbolischen Trophäen fanden sich aber auch Objekte, die gar nichts mit der Burgunderbeute zu tun hatten. Auch fremde Dinge wurde die glanzvolle Siegeserzählung angedichtet.
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Das kostbare «Drei Brüder»-Juwel wurde heimlich verkauft. Vielen burgundischen Silberschalen erging es ähnlich, nicht aber der «Strübinschale». In Liestal wurde sie zur Trophäe in der Hand einer führenden Familie. Das Diptychon aus dem Kloster Königsfelden erklärten die Berner zur Burgunderbeute und die erbeutete Rüstung wiederum wurde zum Stahlkleid ihres sagenhaften Gründers.
Dass wir heute noch von diesen Beutestücken wissen, hängt mit den Formen des Verwertens zusammen. So behielten die Beutestücke alte oder erhielten neue Werte und blieben nützlich, während anderes eingeschmolzen wurde und verloren ging.
Die neuen Verwendungen hinterliessen unterschiedliche Spuren im Material. Während der «Feldaltar» Karls lediglich eine neue Geschichte erhielt, modifizierten die Liestaler ihre Schale mit Inschrift und Erweiterungen zum Siegespokal.
Ver-wertungen von Beuteobjekten machen deutlich, wie Werte von Objekten verändert wurden, um sie für fianziellen Gewinn, politische Macht oder Deutungshoheit über Geschichte zu nutzen.